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Das aufstrebende Fotografen-Talent Stephan Neumann im Interview
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Das aufstrebende Fotografen-Talent Stephan Neumann im Interview

Das Leben kennt manchmal seltsame Irrwege. Stephan Neumann weiß davon zu berichten. Der junge Fotograf kann mit seinen 19 Jahren bereits auf über 200 Shootings zurückblicken, darunter nicht nur zahlreiche Models, sondern auch bekannte Künstler wie der Dortmunder Songwriter Cosmo Klein. Seine Leidenschaft für die Fotografie wurde dabei über zahlreiche außergewöhnliche Stationen geweckt, über die er in unserem MySpotlight-Interview berichtet.

Was hat dich dazu veranlasst deine erste Kamera zu kaufen? Wann war das?

2007 kaufte ich mir meine erste Kamera um auf Partys ein paar Bilder von meinen Freunden und mir zu schießen.
Meine erste und bisher einzige Spiegelreflexkamera kaufte ich mir Mitte 2008. Da hatte ich jedoch schon viel mit der Fotografie zu tun und ein paar Shootings gemacht.

War es schon immer dein Traum Fotograf zu werden? Wie kam es dazu?

Kreativ wollte ich schon immer sein. Fotograf hatte ich dabei aber nie wirklich in Betracht gezogen. Modedesigner oder Mediendesigner interessierte mich früher sehr. Das hat sich nun aber völlig geändert!

Begonnen hat alles damit als ich mich mit diversen Programmen auseinandersetzte, um ein paar Designs und Flyer zu kreieren. Ich machte auch Einladungen für Familie und Freunde, die irgendwelche Partys organisierten. Das Gute daran war, dass ich dadurch mit auf dieser Party eingeladen war mit freiem Eintritt und was sonst noch alles dazugehört. Die Einladungen kamen ganz gut an und plötzlich kamen auch andere „Aufträge“ hinzu für Partys, deren Veranstalter ich vorher gar nicht kannte. Zu dieser Zeit leistete ich mir meine erste Digitalkamera, um Fotos von der Party, meinen Freunden und mir zu schießen. Meine Kamera hatte ich nun immer dabei und wurde schon witzigerweise Paparazzi genannt. Unbekannte Leute kamen zu mir um Fotos zu machen, die ich ihnen am nächsten Tag doch bitte zuschicken sollte. Mir gefiel dieses Paparazzi-Dasein bis die Liste der Leute, denen ich die Fotos zusenden sollte zu lang und das Ganze zu zeitaufwendig wurde. Ich brauchte etwas, dass den Leuten ihre Fotos gab ohne dass ich zeitlich dabei eingenommen wurde. So brachte mich mein Bruder auf die Idee einer Internetgallerie, auf die ich die Fotos hochladen konnte, sie angeschaut und auch heruntergeladen werden konnten. Die Gallerie wurde gut angenommen und jeder konnte sich die Bilder nehmen, die er wollte! Dann aber kam der wohl entscheidende Punkt, der mich zum Fotografieren brachte und mir einen ungeahnten Weg eröffnete. Man kennt das Problem auf einer Party etwas zu viel getrunken und zu wild getanzt zu haben. Leider, aber zu meinem Glück, merkt man ja dies oft erst am Tag danach, wenn man die Fotos um die man den Paparazzi natürlich selber gebeten hatte, von sich sieht. Prompt kamen Fragen wie „Kannst du da nicht etwas dran verändern oder einfach rausnehmen?“. Rausnehmen war wieder unnötiger Zeitaufwand, Bearbeiten jedoch nicht. So interessierte ich mich für die Bearbeitung von Bildern. Von Farbveränderungen bis Retusche brachte ich mir eins nach dem anderen bei. Vorkenntnisse hatte ich ja schon durch die vielen Designs gesammelt. Mir gefiel die Fotografie immer mehr und so setzte sich das Puzzle zusammen als sich zum einen mein Vater eine Spiegelreflexkamera zulegte und mich ab und zu damit fotografieren ließ und zum anderen eine Freundin die bereits Fotografin war ein paar hilfreiche Tipps für den Start gab.

Wie hast du deine Aufträge bekommen?

Den größten Teil meiner Aufträge habe ich durch Mundpropaganda und durch diverse Internetplattformen bekommen. Internet-Communities waren mir dabei sehr hilfreich, da viele schon einen ersten Eindruck von mir bekommen konnten und ich meine Bilder ständig aktualisieren konnte.

Woher nimmst du deine Ideen für die Shootings?

Da meine Hauptbereiche bei Fashion-, Portrait- und Beautyaufnahmen werde ich oft in Zeitschriften, Blogs oder Websites verschiedener Marken oder anerkannten Fotografen fündig. Ich lasse mich aber gerne nur davon inspirieren und entwickle daraus meine eigene Idee.

Was erwartest du von einem Model?

Von einem Model erwarte ich Professionalität. Nun was heißt Professionalität für mich? Unter Professionalität verstehe ich Eigenschaften wie gekonnter Ausdruck, sich der geforderten Situation anpassen zu können, nicht überheblich zu werden und auf jeden Fall Spaß an der Sache zu haben! Ich denke im Allgemeinen erwarte ich nicht zu viel von einem Model.

Arbeitest du hauptberuflich als Fotograf oder machst du es nebenher?

Bis zu meinem Abi 2009 habe ich das Fotografieren nur nebenberuflich ausgeübt. Daran hat sich bislang nicht viel geändert, jedoch kann ich mich nun mehr auf die Fotografie konzentrieren, da ich mit der Schule fertig bin.

Was war dein erster Job?

Mein erster wirklicher Job war für ein männliches Model, das neue Fashionbilder für die Mappe brauchte und mir die Chance gab, diese Fotos zu machen. Da er an der Erfahrung gemessen deutlich über meinen bisherigen Level stand, konnte ich unglaublich viel lernen. Alles musste sitzen von Frisur bis zu den passenden Schuhen. Er gab mir zahlreiche Tipps worauf man zu achten hatte und gab dem ganzen einen professionellen Ansatz, der mich enorm forderte. Nach dem Shooting war mir klar, dass diese Richtung genau zu mir passte.

Für welches Modelabel würdest du gerne mal ein Shooting machen?

Am liebsten würde ich gerne mal ein Shooting für das Männerlabel Jack Jones machen. Der Stil der Marke passt genau zu meinem!

Was hast du für Ziele?

Hauptziel für mich ist es das Fotografieren hauptberuflich ausüben zu können und meinen Lebensunterhalt damit zu verdienen. Ich möchte mich auf dem professionellen Level etablieren und ein anerkannter Fotograf werden.

Hast du Tipps für Nachwuchsfotografen?

Da ich selber noch Nachwuchsfotograf bin kann ich leider nur wenig Tipps geben. Motivation finde ich persönlich sehr wichtig, da viele schnell aufgeben wenn die ersten Bilder schlecht werden und keine wirklich guten Kenntnisse bei der Bearbeitung vorliegen. Oft bekomme ich Anfragen woher ich das Ganze kann und wie ich das mache. Meine Antwort darauf lautet: Übung macht den Meister! Jeder fängt mal klein an und auch der größte Fotograf war nicht von Anfang an der Größte. Ein gewisses Talent für Fotografie sollte man schon mitbringen, den Rest aber muss man sich erarbeiten und dabei sollte man nie aufgeben.

Hier geht’s zu Stephans Sedcard!



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